Basilius-Kathedrale
Neun bemalte Kapellen drängen sich am Südrand des Roten Platzes und bilden die bekannteste Silhouette Russlands.
Über diesen Ort
Nur wenige Gebäude sind so eng mit einem Ort verbunden. Die Kathedrale erhebt sich neben der Kremlmauer aus dem Kopfsteinpflaster und ist keine einzelne hohe Kirche, sondern ein Ensemble: Acht Kapellen umgeben einen höheren Mittelturm, jede mit einer eigenen Kuppel, gestreift, gewunden oder facettiert, in anderem Muster und anderer Farbe.
Im Inneren überrascht, wie klein und intim sie wirkt. Statt eines großen Hauptschiffs winden sich schmale Gewölbegänge zwischen den Kapellen, und die Wände sind mit Blumenornamenten bedeckt. Heute ist sie ein Museum, gelegentlich finden Gottesdienste in einer der Seitenkapellen statt.
Kommen Sie früh: Dann ist der Platz so ruhig, dass man ihn in ganzer Länge abschreiten und beobachten kann, wie die Kuppeln das Morgenlicht einfangen; nach Einbruch der Dunkelheit werden sie angestrahlt, und das ganze Bild wird warm und golden.
Geschichte
Der Bau begann in den 1550er-Jahren auf Befehl von Zar Iwan IV., zur Erinnerung an die Eroberung Kasans. Jede Kapelle wird traditionell mit einem Festtag verbunden, an dem eine Schlacht gewonnen wurde. Im Lauf der Jahrhunderte kamen ein Glockenturm und leuchtendere Farben hinzu, und im 20. Jahrhundert wurde sie mehrfach restauriert. Sie ist als Teil des Ensembles von Kreml und Rotem Platz geschützt. 1588 wurde über dem Grab von Basilius dem Seligen, einem in Moskau verehrten Narren in Christo, eine Kapelle angefügt, die der Kathedrale den heute gebräuchlichen Namen gab. Ihr offizieller Name lautet Fürbittkathedrale am Graben. 1928 wurde sie eine Zweigstelle des Staatlichen Historischen Museums.
UNESCO-Welterbe: Eingetragen 1990.