Feuertempel Ateschgah (Surachani)
Ein festungsartiger Tempel um eine Erdgasflamme, einst von zoroastrischen und hinduistischen Feueranbetern genutzt.
Über diesen Ort
Das Ateschgah ist eine fünfeckige Steinanlage mit einem von kleinen Zellen umringten Hof und einem zentralen Altar in Form eines kleinen Pavillons. Der Name stammt vom persischen Wort für Feuerhaus. In den Zellen zeigen Figuren und Ausstellungen die Pilger, Asketen und Händler, die hier einst Unterkunft fanden.
Früher brannte in der Mitte des Hofes ununterbrochen eine Flamme, gespeist von Erdgas aus dem Boden. Heute wird die Flamme mit Gas aus einer Leitung entzündet, doch die stillen Zellen, die Inschriften und die Atmosphäre einer alten Karawanenstation sind geblieben. Der Besuch ist kurz und unkompliziert und lässt sich gut mit Yanar Dag verbinden.
Geschichte
Die heutigen Gebäude stammen überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert, als der Ort von Gemeinschaften indischer Händler und Pilger genutzt wurde, viele davon Hindus und Sikhs, die auf der Seidenstraße reisten. Inschriften in Sanskrit und Gurmukhi in den Zellen belegen ihre Anwesenheit. Die Vorstellung, der Tempel sei auch ein zoroastrischer Feuertempel gewesen, wird oft wiederholt, doch Historiker diskutieren, wie stark diese Verbindung ist, da es wenig gesicherte Belege gibt. Feuer wird seit langem mit der Halbinsel Abscheron verbunden, und Reisende beschrieben im Lauf der Jahrhunderte die natürlichen Flammen, die dem Boden entstiegen. Die natürliche Flamme am Tempel schwand im 20. Jahrhundert, als das Gas im Untergrund durch Öl- und Gasförderung abgezogen wurde, und 1969 erlosch sie. In den 1970er-Jahren wurde der Ort zum Museum, und heute ist er ein staatliches historisch-architektonisches Schutzgebiet, in dem die Flamme aus dem nationalen Gasnetz gespeist wird.